Alltag

Das Leben in der Türkei ist bunt und sinnenreich. „Keyif yapmak“ – sich vergnügen – das gehört dazu. Das kann ein Glas Tee mit Blick auf den Bosporus sein oder zusammen mit Freunden in einer meyhane (türkische Kneipe) bei Raki über das Leben sinnieren. Pragmatismus ist Lebenskunst. Es gibt für alles eine Lösung, denn „burasi Türkiye“ – hier ist die Türkei.

Währung

YTL (Yeni Türk Lirasi)

Wechselkurs

1 € für 9,41 YTL (12/20)

Zeitzone

UTC + 2

Vorwahl

+90

Klima für die Hauptstadt kontinental

Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen

Wer sich zu touristischen Zwecken bis zu 90 Tagen in der Türkei aufhält, kann dies als deutscher Staatsbürger ohne Visum tun. Wird eine längere Verweildauer geplant, ist vor der Einreise bei türkischen Konsulaten/bei der türkischen Botschaft ein Visum zu beantragen.

Mit dieser seit 1.2.2012 verschärften Regelung wird eine Anpassung an deutsches Recht hergestellt. Befinden Sie sich bereits im Land, kann auch vor Ort der Aufenthalt genehmigt werden. Jedoch darf der Gesamtaufenthalt in der Türkei zum Zeitpunkt der Ausreise 90 Tage innerhalb der letzten 180 Tage nicht überschreiten.

Die bisherige Regelung, einen Tag nach der Ausreise z.B. nach Griechenland, wieder einzureisen und einen Aufenthalt für 90 Tage zu bekommen, ist nicht mehr möglich. Die Einreise erfolgt mit einem Reisepass oder einem Personalausweis als Reisedokument. Kinder benötigen einen eigenen Ausweis oder müssen in den Pass der Eltern eingetragen sein. Eine Arbeitserlaubnis ist sehr schwer zu erhalten und kann in den meisten Fällen nur vom Arbeitgeber beantragt werden. Damit ist sie auch an den Arbeitsplatz gebunden. Sie muss regelmäßig verlängert werden, bei einem Arbeitgeberwechsel ist sie neu zu beantragen.

Wohnen und Versorgung

Freie Wohnungen findet man z.B. in den englischsprachigen Zeitungen wie der „Turkish Daily News“ oder im Internet. Die gebräuchliche Variante ist die Einschaltung eines Maklers (emlakci), der über alle kiralik daireleri (zu vermietende Wohnungen) in seinem Stadtteil informiert ist. Für seine Dienste bekommt er eine Monatsmiete. Die Miete kann in der Regel ausgehandelt werden, z.B. wenn man mehrere Monate im Voraus bezahlt. Manchmal verlangt der Vermieter sein Geld in Devisen. Es kann auch vorkommen, dass Ausländer einen höheren Mietzins entrichten müssen.

In den Großstädten gibt es Stadtviertel, die sehr europäisch/international geprägt sind. Gated Communities sind ebenso zu finden. Daneben suchen sich manche Ausländer aber auch ganz    bewusst die türkische Mahalle (türkisches Stadtviertel) als Lebensmittelpunkt, um tiefer in das lokale Geschehen eintauchen zu können. Dabei kann das Thema „Abgrenzung und Nähe“ zu den Nachbarn eine bereichernde wie einengende Dimension annehmen.

Inzwischen gibt es in der Türkei zumindest in den Zentren nahezu alle internationalen Produkte, so dass man auch gewohnte Lebensmittel nicht verzichten muss. Supermärkte wie Migros gibt es jeder Ecke einen Bakkal (Lebensmittelgeschäft) mit einen großen Angebot auf kleinem Raum, frisches Brot gibt es immer. Oft werden die Einkäufe auch nach Hause gebracht. Der Manav (Obst- und Gemüsehändler) hat seinen Verkaufsstand auch für seine Kunden bis spät in die Nacht geöffnet.

Vielfach findet man Wochenmärkte, die neben Obst und Gemüse auch Kleidung, Haushaltswaren und andere Lebensmittel anbieten: z.B. Cuma-Pazari (Freitags-Markt).

Brot (Ekmek) gibt es beim Bäcker (Firinci) und muss immer frisch sein.

Öffnungszeiten in der Türkei gestalten sich sehr unterschiedlich. Als Orientierung dienen:

Banken: Mo-Fr 8.00-17.00 Uhr

Ämter, Behörden, Büros: Mo-Fr 8.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr

Lebensmittelgeschäfte: täglich 7-21.00 Uhr 

Postämter: Mo-Fr 8.30-12.30 und 13.30-17.00 Uhr

Geschäfte: Mo-Sa/So 9.00-20.00 Uhr

Kinder

In der Türkei gibt es vier deutsche Auslandsschulen:

Privatschule der Deutschen Botschaft Ankara – Ernst-Reuter-Schule Außenstelle der Privatschule der Deutschen Botschaft in Istanbul Außenstelle der Privatschule der Deutsche Schule in Izmir  Deutsche Abteilung des staatlichen Istanbul Erkek Lisesi in Istanbul

Die deutsch-türkische Universität hat im April 2014 ihren Betrieb aufgenommen. Deutschsprachige Kindergärten finden sich vor allem in Istanbul, Ankara und Izmir. In diesen Städten gibt es zahlreiche weitere internationale Kindergärten und Schulen.

Geld (Wechselkurse und Geldtransfer)

An Bargeld zu gelangen ist unkompliziert. Mit EC-Karten kann man nahezu an allen Maestro- Bankautomaten Bargeld abheben. Devisen werden in Wechselstuben und Banken (schlechterer Kurs) in Lira gewechselt. Vielfach kann bei größeren Anschaffungen auch in Euro oder Dollar bezahlt werden, die dann zum Tageskurs umgerechnet werden.

Viele Banken bieten auch die Möglichkeit ein Devisenkonto zu führen. So kann von einem ausländischen Konto relativ problemlos Geld in die Türkei überwiesen werden. Die größten Banken sind die Yapi Kredi, Türkiye Is Bankasi, Garanti Bankasi, Ak Bank. Einige davon haben auch Filialen in Deutschland. Daneben gibt es auch Banken, z.B. die Arap Bankasi, die nach islamischem Gesetz arbeiten und keinen Zins nehmen.

Die Landeswährung der Türkei ist die Yeni Türk Lirasi (Neue Türkische Lira).

Reisen, Transport und Verkehr

Reisen im Land ist unkompliziert und flexibel. Man erreicht nahezu jeden auch noch so entlegenen Ort öffentlich. Innerstädtisch leistet der Dolmus seinen Dienst, ein Minibus, der auf einer bestimmten Strecke an jeder beliebigen Ecke auf Handzeichen hält. Wie der Name (gefüllt) vermuten lässt, tritt er erst seine Fahrt an, wenn nahezu jeder seiner ca. 10 Plätze besetzt ist. Das Fahrgeld wird dem Fahrer direkt mit Angabe des Ausstiegsorts gereicht.

Städtische Busse fahren ihre planmäßige Route, je nach Tageszeit sind diese jedoch sehr überfüllt und nicht immer komfortabel. Taxis sind überall zu finden und als Verkehrsmittel sehr verbreitet. In Istanbul, Bursa, Ankara und Adana gibt es auch Metro- bzw. U-Bahnen.

Zwischen den Städten erfüllen die Überlandbusse ihren Zweck. Auf unterschiedlichem Niveau und fast stündlich bieten zahlreiche Busunternehmen ihre Dienste an. Abfahrt ist von zentralen Busbahnhöfen mit Shuttle-Möglichkeit in die Zentren. Regelmäßige Pausen und ein guter Service gehören dazu. Tickets erwirbt man am Busbahnhof selbst, in einem Verkaufsbüro der jeweiligen Busgesellschaft bzw. im Internet. Erstanden wird ein bestimmter Platz, wobei darauf geachtet wird, dass allein reisende Frauen keinen männlichen Nachbarn bekommen.

Empfohlen werden können: Pamukkale, Ulusoy, Varan, Metro, Kamil Koc.

Das Eisenbahnnetz der Türkei ist noch wenig ausgebaut und – obwohl reizvoll – nicht wirklich als Verkehrsmittel zu empfehlen. Wichtige Bahnstecken sind z.B.  Ankara – Istanbul/Haydarpaşa (asiatische Seite).

Turkish Airlines (Turk Havayollari) fliegt viele Städte der Türkei an.

Reisen ist sehr zeitintensiv: in den Innenstädten blockieren Staus das Vorankommen; Über Land sind es die Beschaffenheit der Straßen und großen Entfernungen, die Zeit in Anspruch nehmen. Die Ziele sind lohnend. Die Türkei bietet in jedem Winkel für kultur- und naturbegeisterte Reisende attraktive und einmalige Orte.

Sicherheit

Die Sicherheitsstandards sind landesweit auf hohem Niveau. Trotzdem kommt es nach Angaben des Auswärtigen Amtes verstärkt zu Anschlägen gegen türkische Sicherheitskräfte sowie Militär- und Polizeieinrichtungen durch die als Terrororganisation gelistete PKK. Betroffen sind nicht nur die Regionen des Südostens, sondern zentrale Orte und touristisch relevante Punkte. Zahlreiche Anschläge der jüngeren Vergangenheit mit einer hohen Anzahl an Todesopfern werden der Bewegung «Islamischer Staat» zugeschrieben.

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, belebte Plätze im innerstädtischen Bereich, Verkehrsmittel des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs sowie Regierungs- und Militäreinrichtungen zu meiden bzw. die Anwesenheit an solchen Orten auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken.

Die besondere Sicherheitslage gilt auch für die Grenzregion zu Syrien. Bei Reisen in den Osten und Südosten der Türkei ist mit starken Behinderungen aufgrund von Straßenkontrollen und Militärbewegungen zu rechnen.

Der türkische Generalstab hat sechs Gebiete in den Provinzen Siirt, Sirnak, Mardin und Hakkâri zu zeitweiligen Sicherheitszonen und militärischen Sperrgebieten erklärt, deren Betreten bis auf Weiteres grundsätzlich verboten ist und die einer strengen Kontrolle unterliegen. Dies betrifft insbesondere das Gebiet südöstlich von Hakkâri entlang der Grenze zum Irak (in den Bergen, um und zwischen Sirnak und Hakkari befinden sich mehrere Sperrzonen) sowie nordwestlich von Diyarbakir und südöstlich der Ortschaft Cizre (Dreiländereck Türkei – Syrien – Irak).

Gesund bleiben

Die ärztliche Versorgung ist landesweit gegeben. Trotzdem ist der medizinische Standard je nach Region und Stadtteil sehr unterschiedlich, was Hygiene, Apparate, Ausbildungsstand anbelangt. Staatliche Einrichtungen sind häufig überfüllt und ihre Ausstattung meist nicht auf dem neuesten Stand. Private Krankenhäuser garantieren einen besseren Standard.

Vielfach findet man in den Communities vor Ort Informationen über deutsch– oder englischsprechende Ärzte. Viele davon sind im Ausland ausgebildet worden, ihr Wissen und ihre Kompetenz ist international. Inzwischen gibt es schon einen Laser- und Zahntourismus nach Istanbul.

Ein evtl. vorhandener gültiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung abzuschließen. Je nach versicherungsrechtlicher Situation ist zunächst die Behandlung zu bezahlen, dann erst beginnt der Arzt mit der Untersuchung.

Medikamente bekommt man in der „Eczane“. Viele Medikamente sind rezeptfrei. Anders als in Deutschland sind auch Antibiotika ohne ärztliche Verschreibung zu erhalten. Landesweit besteht ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A und ein mittleres Infektionsrisiko für Hepatitis B.

Telekommunikation und Internet

Vorwahlen

Die Landesvorwahl in die Türkei ist die Nummer 0090. Die Vorwahl für den europäischen Teil von Istanbul ist 0212, für den asiatischen Teil ist 0216 voranzustellen.

Weitere Vorwahlen für die größeren Städte: 

Adana: 322

Antalya: 242

Bursa: 224

Izmir: 232

Notrufe

Polizei: 155

Krankenwagen: 112

Feuerwehr: 110

Post, Telekommunikation und Internet

Türk Telekom ist der türkische Festnetzanbieter. Einen bereits bestehenden Anschluss zu übernehmen ist kein Problem. Rechnung des Vorgängers und Kopie des Reisepasses genügen. Eine Neu-Beantragung gestaltet sich häufig komplizierter.

Vodafone, Avea und Türkcell ermöglichen mobile Telefonie. Sie bieten Prepaidkarten (aufzuladen in Supermärkten und Kiosken) und Verträge an. Für letztere ist ein Aufenthalt in der Türkei notwendig.

Internetanbieter in der Türkei sind Turkcell oder Turk Telekom. DSL ist in den großen Städten problemlos möglich. In der Peripherie und auf dem Land ist die Verbindung eher langsam und nicht immer stabil. Internetcafés sind überall zu finden und ermöglichen den Zugang zum Netz ohne eigenen Anschluss.

Die türkische PTT, sprich Post, bietet ihre Dienste in den Bereichen Post- und Zahlungsverkehr an. Die Postämter haben geöffnet von Mo-Fr: 8.30-12.30 Uhr und von 13.30-17.00 Uhr.

Feiertage

Staatliche Feiertage

Neujahr: 1.1.

Tag der Nationalen Souveränität und des Kindes: 23.4. 

Tag der Arbeit: 1.5.

Tag der Jugend, des Sports und des Gedenkens an Atatürk: 19.5.

Tag der Demokratie und der nationalen Einheit: 15.6 

Tag des Sieges der Türkei: 30.8.

Tag der Republik der Türkei: 29.10.

Religiöse Feiertage (verschieben sich jährlich um 11 Tage nach vorn) 

Ramadan und Zuckerfest: 12.04.-11.05.2021

Zuckerfest: 11.05-13.05.2021

Kurban Bayram: 20.07.-23.07.2021

Nationale Leidenschaften

Sport

Die populärsten Sportarten sind Fußball, Basketball, Volleyball und Öl-Ringkampf im thrakischen Teil des Landes.

Essen

Türkische Küche – reichhaltige Zutaten und vielfältige Gerichte (45min)

Hamam

Nützliche Adressen

Türkisch lernen

Neben vielen privaten und gewerblichen Anbietern gehören das TÖMER-Institut (in Verbindung mit der Universität Ankara) und Dilmer zu den bekanntesten Sprachschulen.

Was ist los in…?

Aktuelle Veranstaltungshinweise gibt das Portal My City Trip, Time Out Ankara, der Time Out Istanbul

Deutschsprachige Zeitungen

Prima Türkei

Aktuelle Türkei Rundschau Istanbulpost

Deutsche Vertretungen in der Türkei

Deutsche Botschaft Ankara Generalkonsulat Istanbul Generalkonsulat Izmir

Türkische Vertretungen in Deutschland Botschaft der Republik Türkei Rungestraße 9

10179 Berlin

Tel: +49 – (0)30 – 2 75 85 0

Fax: +49 – (0)30 – 27 59 09 15

Email: turk.em.berlin@t-online.de

Türkei verstehen

In kompakter Form gewähren Sympathie Magazine ihren Lesern überraschende Einblicke in andere Länder und Kulturen. Unterhaltsam informieren und durch besseres Verständnis Sympathie wecken, ist das Ziel dieser Reihe.

Die Texte stammen von Martina Simon. Sie arbeitete mehrere Jahre in Istanbul im Bildungssektor und spricht fließend türkisch. Ihre Kernkompetenz liegt in der Kommunikation. Die GIZ und die Autorin ist informiert worden, dass das ehemalige Länderportal auf meiner touristischen Länderseite zur Türkei zumindest textlich weiterbesteht.